Grüne-Wäsche-Leine

Ablauf
Wir sammeln grüne Kleidung von Menschen, die an diesem Projekt beteiligen wollen, weil sie an der grünen Achse München Schwabing wohnen.
Die Performerin und ihre HelferInnen hängen entlang der grünen Achse eine Leine von Baum zu Baum, von Schild zu Schild, von Balkon zu Balkon. Die Leine ist nur an Straßen und an Feuerwehreinfahrten unterbrochen. Optisch besteht immer eine Verbindung, d.h. die Unterbrechungen sind nie so lang, als dass man die Weiterführung aus den Augen verlieren würde.
Im Laufe des Tages hängen die PerformerInnen die Wäsche, die vorher gesammelt wurde oder die Passanten ihnen vor Ort bringen, auf. Insgesamt behängen sie die drei Kilometer-Strecke vom "grünen" englischen Garten bis zum "grünen" Olympiapark.

Konzept
Das Kleidungsstück am Menschen bezweckt, dass der haarlose Körper vor Einflüssen der Außenwelt geschützt wird. Es ersetzt das Fell und/oder den Panzer bei Tieren. Gleichzeitig dient es dem Schmuck und soll Defizite verbergen und Vorzüge hervorheben. Ebenso kann die Begrünung einer Stadt ihrem Schutze dienen und sie verschönern. Es ist ein selbstverständlicher Vorgang des Menschen sich jeden Tag zu bekleiden und nicht nackt herumzulaufen. Diese Performance zeigt –in dem sie Alltägliches in einen öffentlichen Kontext bringt- dass es genauso selbstverständlich sein kann, für die Gestaltung des Lebensumfeldes ebenso Sorge zu tragen wie für die Ausstattung des eigenen Körpers.
Die ästhetische Ausdruckskraft eines alltäglichen Erscheinungsbildes wie eine voll behängte Wäscheleine wird durch die monochrome Umsetzung unterstützt. (siehe Christo im Central Park!).
Diese optischer Effekt kann jedoch nur erzielt werden, wenn viele Menschen zusammen helfen: Es benötigt eine große Menge Beteiligter, die bereit sind das Projekt zu unterstützen, indem sie Teile ihrer eigenen Besitzes einem Kreislauf von Kunst und Recycling zuführen. Dafür brauchen wir ihr Engagement, den Willen etwas beizutragen, ihre Fähigkeit sich das Resultat vorzustellen und den Glauben an die Sache und an die Menschen, die dieses Projekt leiten.
So steht die „grüne-Wäsche-Leine“ repräsentativ für das Projekt „Grüne Achse“, bei dem es darum geht unter Mithilfe der Bevölkerung exemplarisch einen Stadtstreifen zu begrünen.

Mai 2008, Urbanes Wohnen e.V., Grüne Achse München- Schwabing
August 2008, Streetlifefestival, Leopoldstrasse und Sommerfestival Tollwood, München

Equipment: 3 km grüne Schnur, Wäscheklamme, über tausend grüne Wäschestücke, HelferInnen

Dauer: ein Tag

Fotos: Tom Gonsior